Gefühle verstehen und leben lernen

Im Verlauf unseres Lebens sind wir Menschen mit schwierigen Veränderungen und Verlusten konfrontiert. Sie lösen unterschiedliche Gefühle in uns aus. Diese Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken, kann sehr hilfreich und erleichternd sein.
GEFÜHLE.LEBEN.LERNEN.
(nach dem Modell von Monica Lonoce)
Das Trauer- und Lebensbegleitmodell GEFÜHLE.LEBEN.LERNEN. hilft Menschen, schwierige Veränderungen und Verluste im Leben zu bewältigen.
Im Mittelpunkt stehen die Stärken und Fähigkeiten jedes Menschen. Das Modell hilft dabei, Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und mit ihnen umzugehen.
Es gibt Orientierung, Sicherheit und Kraft und kann bei verschiedenen Lebenssituationen und in jedem Alter eingesetzt werden.
Der Durchgang, die Beschreibung der Gefühle, kann mit einer Person (z. B. einem Kind oder einem Elternteil) oder mit mehreren Personen (z. B. Kindern und Eltern oder der ganzen Familie) durchgearbeitet werden.

Herzgefühle
Das Herzgefühl beschreibt die Verbundenheit mit sich selbst. Dazu gehören Selbstliebe, Selbstfürsorge und Selbstzuwendung.
Herzgefühle können sich als Wärme, Ruhe, Vertrauen, Geborgenheit, Freude, Dankbarkeit und Glück zeigen. Sie entstehen besonders bei Tätigkeiten, die uns guttun und mit uns selbst verbinden, zum Beispiel Spazieren, Sport, Tanzen, Lesen, Musikhören, oder Gartenarbeit.
Jeder Mensch hat einen einzigartigen Platz in seinem Herzen, der nur ihm gehört. Er erinnert daran, dass jeder Mensch einzigartig und wertvoll ist.
Wutgefühle
Wut entsteht oft, wenn wir uns in unseren Grenzen verletzt oder bedroht fühlen. Sie kann sich unterschiedlich stark zeigen – von leichtem Ärger bis zu einem heftigen Ausbruch.
Bei starker Wut gerät der Körper in einen Stresszustand. Dadurch können Denken, Zuhören und Wahrnehmen eingeschränkt sein. Wir reagieren dann häufig mit Kampf, Flucht oder Erstarrung.
Wut ist grundsätzlich kein negatives Gefühl. Sie ist eine wichtige Lebensenergie, die uns hilft, unsere Grenzen zu erkennen und zu schützen.
Wichtig ist, Wut konstruktiv zu nutzen, ohne andere zu verletzen oder neue Grenzen zu überschreiten. Ziel ist es, einen sicheren und guten Umgang mit der eigenen Wut zu lernen.
Trauergefühle
Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Veränderungen, Verluste und Übergänge im Leben. Sie hilft uns, alte Bindungen zu lösen oder neu zu integrieren und dadurch Veränderungen zu bewältigen. Dabei erleben wir ständig kleine und grosse Trauerprozesse, weil Vergänglichkeit zum Leben gehört.
Da Trauer unvermeidbar ist und oft sehr schmerzhaft sein kann, ist es wichtig, Trauerfähigkeit zu entwickeln. Dafür braucht es Wissen, Vorbilder, Übung und Erfahrungen. So können wir lernen, mit eigener Trauer umzugehen und andere Menschen in ihren Trauerprozessen besser zu begleiten.
Gemeinschaftsgefühle
Gemeinschaftsgefühle entstehen, wenn wir uns zugehörig, angenommen und wertgeschätzt fühlen. Sie geben uns Sicherheit, Orientierung und Halt, besonders in schwierigen Zeiten. Da Menschen soziale Wesen sind, brauchen wir andere, die uns sehen, anerkennen und einbeziehen. Wie viel Gemeinschaft wir brauchen, ist dabei individuell unterschiedlich.
Triumphgefühle
Triumphgefühle entstehen, wenn wir Herausforderungen überwinden und über uns hinauswachsen. Sie schenken Freude, Stolz, Energie und Mut für neue Aufgaben. Dabei stehen sie in Verbindung mit dem eigenen Einsatz und zeigen, dass wir unser Leben aktiv gestalten und uns weiterentwickeln können.
Triumph darf als Anerkennung des eigenen Weges und der persönlichen Leistung verstanden werden. Auch das gemeinsame Feiern von Erfolgen in einer wohlwollenden Gemeinschaft kann inspirieren, stärken und allen Beteiligten Kraft geben.
Als Sozialpädagogische Familienarbeiterin arbeite ich mit unterschiedlichen Modellen und Ansätzen. Das Trauer- und Lebensbegleitmodell ist eines davon.
Mathilde Lohm
Familienarbeiterin
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